• 22.12.2011Nr. 49/2011

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

Weihnachten steht vor der Tür
Einige Gedanken zu dem Fest der Liebe
Seite 2
Kultur in Ahrensburg Seite 3
Etwas von Erich Kästner Seite 3

Spruch der Woche:

Der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und sie nicht zu verübeln, wenn sie wenig schmackhaft ist, und die menschliche Natur so hinzunehmen, wie man sie findet – wenn das Zynismus bedeutet, dann bin ich wohl ein Zyniker. William Sommerset Maugham

Weihnachten Einige Gedanken zum Fest der Liebe

Doch das Wichtigste zuerst:

Der Betreute Bewohner wünscht allen Leserngute und fröhliche und damit segenbringende Weihnachtstage, friedliches Zusammensein im Kreis der Familie und der Freunde

Dieses Fest erinnert uns jedes Jahr massiv daran, den Grund eines gelingenden Lebens im kleinen wie auch im großen Kreise wieder in den Blick zu bekommen. Auch wenn die Geschichte von Bethlehem einen bisweilen kaum erträglichen Rummel ausgelöst hat, können wir doch dankbar sein dafür, transportiert sie doch das Geheimnis der alles Leben erst ermöglichenden Liebe. Bisschen laut, nervtötend bisweilen, setzt sie Menschen in Bewegung, an andere zu denken, für andere etwas zu tun. Ohne Weihnachten wäre die Menschheit ärmer. Wer möchte dem widersprechen?

V.Görnitz

Kultur in Ahrensburg Schloss im Kerzenschein

Am vergangenen Sonntag vor acht Tagen fand eine bemerkenswerte Veranstaltung im Ahrensburger Schloss statt. Es ist eine Tradition seit vielen Jahren, dass am zweiten Sonntag im November das Schloss in Kerzenlicht getaucht die Besucher mit verschiedenen Veranstaltungen in vergangene Zeiten entführt. Die Eintrittskarten wurden Ende September angeboten und waren auch nach kürzester Zeit verkauft, wie jedes Jahr. Den Auftakt machte der renomierte Chor ‚da Capo‘ wie jedes Jahr. Die Sängerinnen und Sänger hatten sich im halbdunklen „Gartensaal“ aufgestellt und sangen dann durch eine geöffnete Doppeltür aus dem Dunkeln in den Eingangssaal. Die Besucher waren offensichtlich angetan. Danach spielte eine Pianistin an einem „Bösendorfer Flügel“, während sich Chor in das obere Stockwerk zurückzog. Die Töne des Flügels wehten durch die Räume und verbreiteten eine romantische Stimmung. Wie ein Sachverständiger dem Verfasser erklärte, handelt es sich bei den Klavieren der Firma Bösendorfer um die im Moment besten Flügel, die man für Geld kaufen kann. Sie haben zu Recht einen sagenhaften Ruf. Die perlenden Melodien des Flügels verklangen und wurden von einer Harfe und einem Streichinstrument in einem der unteren Räume abgelöst. Ein Paar in Rokkoko-Kostümen führte ein Menuett auf. Der Chor hatte inzwischen auf der oberen Treppe Aufstellung genommen. Es kamen verschiedene Stücke zur Aufführung. Die vier Stimmen Sopran, Alt, Tenor und Bass ergänzten sich hervorragend. Die Zuhörer waren begeistert. Die Sängerinnen und Sänger wurden durch mehrere Querflöten abgelöst, die barocke Melodien spielten. Der Chor hatte jetzt erst einmal Pause und konnte sich an einem kleinen Imbiss stärken. Es folgte eine zweite Aufführung. Der Chor schlug sich wacker. Zufrieden ging man auseinander. Zum Schluss vielleicht noch etwas zu der Firma Bösendorfer. Es handelt sich dabei um eine legendäre Klavierfabrik. Gegründet wurde sie 1828 in Wien. Die Qualität war außergewöhnlich. Franz Liszt, der Ausnahmepianist spielte vorwiegend auf Bösendorfer-Klavieren. Das hatte ein einfachen Grund. Die Bösendorfer Klaviere hielten seine Spielweise aus. Die Firma ist heute noch in Wien ansässig, allerdings wurde sie vor kurzem über mehrere Stationen an Yamaha verkauft.

Etwas von Erich Kästner

Ein paar Gedanken die auch heute noch aktuell sind – vielleicht noch wichtiger als Gestern. In einer Zeit, da nicht nur die Währung zu wackeln droht, in einer Zeit in der Anstand und Aufrichtigkeit als Schwäche angesehen werden, wird ein Mahner, wie Erich Kästner auch einer war, schmerzlich vermisst. . Man denke nur an die aktuelle Politik. Da findet der Präsident, unser aller Präsident, es nicht verwerflich mit einem windigen Geschäftsmann befreundet zu sein… Ein Geschäftsmann durch dessen Aktivitäten tausende von Anlegern ihre Ersparnisse verloren haben… Nicht alles, was vor Gericht bestehen kann, ist deshalb auch moralisch einwandfrei.

Doch zu dem schönen Text von Erich Kästner:

Rundheraus: das alte Jahr war keine ausgesprochene Postkartenschönheit, beileibe nicht. Und das neue? Wir wollen‘s abwarten. Wollen wir’s abwarten? Nein. Wir wollen es nicht abwarten! Wir wollen nicht auf gut Glück und auf gut Wetter warten, nicht auf den Zufall und den Himmel harren, nicht auf die politische Konstellation und die historische Entwicklung hoffen, nicht auf die Weisheit von Regierungen, die Intelligenz der Parteivorstände und die Unfehlbarkeit aller übrigen Büros. Wenn Millionen Menschen nicht nur neben- sondern miteinander leben wollen, kommt es auf das Verhalten der Millionen, kommt es auf jeden und jede an, nicht auf die Instanzen. Wenn Unrecht geschieht, wenn Not herrscht, wenn die Dummheit waltet, wenn Hass gesät wird, wenn Muckertum sich breit macht, wenn Hilfe verweigert wird – stets ist jeder Einzelne zur Abhilfe mit aufgerufen, nicht nur die jeweils „zuständige“ Stelle. Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.

Erich Kästner

Witz der Woche:

Fite neu Zwei Musikanten unterhalten sich. „Hast du schon den Scherz gehört, in dem ein Dirigent mit einem Strick in der Hand in den Wald geht?“ – „Klingt gut, erzähl weiter…

Fiete der Dackel meint: „Bin unmusikalisch…!

Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 12:19 Uhr )