Nr. 34/2011                                                                                   07.09.2011

Der Betreute Bewohner

 

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Rahlstedter Kulturwochen

Die 17. Rahlstedter Kulturwochen eröffnet     Seite 2

Veranstaltungen:

Spiele-Nachmittag am vergangenen Mittwoch          Seite 4

 

 

                                    Hoffnung

ist dein Boot auf stürmischer See,

auf seinem Weg zum Horizont

                                    Hoffnung

ist dein Ruder

sind Wind und Wellen

so lange du hoffst

kannst du nicht untergehen.

Ch.K.         .

Spruch der Woche:

Es gibt glückliche Menschen, welche das Leben nie dazu

nötigt, ihre Dummheit nach außen zu kehren.

Rudolf Hartung

 


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Rahlstedter Kulturwochen

17. Rahlstedter Kulturwochen

eröffnet.

Am vergangenen Dienstag wurden die 17. Rahlstedter Kulturwochen eröffnet. Die Veranstaltung fand, man kann eigentlich schon fast traditionell sagen, in der Rahlstedter Parkresidenz statt.

Es war eine schöne Veranstaltung. Das kleine Theater war an der Kapazitätsgrenze. 230 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Es gab einiges Stühle rücken auf dem obersten Rang, Stirnrunzeln, vielleicht auch manchmal einen unterdrückten Fluch – aber im Großen und Ganzen fand nach einer Weile jeder sein Plätzchen.

Die Veranstaltung wurde, man ist versucht, schon wieder traditionell zu schreiben, von dem Direktor der Parkresidenz Rahlstedt, Herrn Markus Berns, eröffnet. In einer launigen Rede hieß er die zahlreichen Besucher willkommen und bat auch gleich um Spenden für die ‚Eva-Plastik’. Er schlug vor, die Summe zu spenden, die man an dem heutigen Abend sparen würde. Er dachte da an die Kosten für das Bier und die Häppchen vor dem Fernseher beim Fußball-Gucken – schließlich spielte die deutsche Nationalmannschaft gegen Polen....

Apropos Eva-Plastik – wie der aufmerksame Leser sich erinnert, handelt es sich dabei um die Figur auf dem Platz hinter dem Ortsamt, die irgendwelche Metalldiebe vor kurzem abgesägt hatten.

Der nächste Programmpunkt war der Vortrag des farbigen Künstlers Melwin Edmondson, der schon für Harry Belafonte im Background gesungen hatte. Mit seiner warmen dunklen Stimme rief er mit dem Titel „Unforgetable“ echtes ‚Gänsehaut-Feeling’ bei den Zuhörern hervor. Begleitet wurde der Sänger von Stefan Hiller am Klavier.

Als nächste Programmpunkte kamen zwei Reden. Als erstes begrüßte die 1.Vorsitzende des Rahlstedter-Kulturvereins, Frau Heide-Marie Seubert, die Anwesenden. Gefolgt von einem Grußwort der ehemaligen Ortsamtsleiterin Frau Gudrun Moritz.

Dann kam wieder was für Fans. Melwin Edmondson und Stefan Hiller trugen den Jazztitel ‚Paper Moon’ vor.

Den Anfang machte der Sänger mit seiner schönen Stimme. Im zweiten Teil wurde das Thema des Stückes vom Pianisten am Klavier aufgenommen und virtuos variiert. Den dritten Teil bestritt wieder der Sänger – Jazz vom Feinsten...

 

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Es folgte der Höhepunkt des Abends, ein Vortrag des Staatsrats a.D. Gerhard Fuchs über den Rahlstedter Künstler Hanno Edelmann mit dem Titel:

Der Mensch in den Arbeiten von Hanno Edelmann – Malerei, Grafik und Skulpturen.

Der Vortragende ging kurz auf die Person des Künstlers ein. H.Edelmann, geboren 1923, ging mit 11 in die Kunstschule, gewann 1936, mit 13 einen Malwettbewerb, organisiert von Hagenbeck.

Auch er wurde von den Zeitläufen nicht verschont. Vor 1933 bekam er von einem Lehrer, Adolf Saggau, Geigenunterricht, der während der Nazi-Zeit plötzlich nicht mehr da war. H.E. schielte noch durch das Schlüsselloch in die verwüstete Wohnung. 1941 wurde er eingezogen und an die Ostfront geschickt. Nach Krieg und russischer Gefangenschaft kehrte er 1947 nach Hamburg zurück.

Er begann ein Kunststudium, das er 1953 abschloss. Schon 1952 heiratete er die Künstlerin Erika Estag. Sie sind nächstes Jahr 60 Jahre verheiratet.

Seither lebt H.Edelmann als freier Künstler in Rahlstedt – bis heute.

In den 60er Jahren erhielt er Aufträge für Kirchenfenster in 20 Kirchen. In den 80er Jahren begann er Skulpturen zu formen. H.E. arbeitet immer gegenständlich. Bei seinem Schaffen steht stets der Mensch im Mittelpunkt, seine Gefühle, seine Gedanken und sein Verhalten.

Soweit der Vortragende.

 

Noch Einiges zu H.Edelmann:

Einige Zitate werfen ein Schlaglicht auf seine Einstellung zu seinem Schaffen: „Künstler zu sein, bedeutet auch, alles zu geben für die Kunst.“

Und: „Ich bin grundsätzlich ein Menschenmaler.“

Auf die Frage eines Besuchers, wie viele Kunstwerke er wohl im Laufe seines langen Lebens geschaffen habe, antwortet er nur lakonisch: „Tausende“

H.E. hat auch viele Portraitzeichnungen geschaffen. Ein Beispiel für sein Können sind zwei Portraits des Schauspielers Paul Dahlke im Abstand von 10 Jahren.

Das Erste zeigt einen lebenssatten, etwas skeptisch, ja fast sarkastisch blickenden Mann in den besten Jahren. Auf dem zweiten Portrait, zehn Jahre später sieht er nur noch traurig, in sein Schicksal ergeben, aber noch immer etwas skeptisch, an dem Betrachter vorbei.

 

Doch weiter zu der Eröffnung der Rahlstedter Kulturwochen.

Nach dem Vortrag von Herrn Fuchs folgte das melancholische ‚Georgia’, gefolgt von der Vorstellung des 13.Rahlstedter Jahrbuchs für Geschichte und Kultur durch Herrn Jansen. Zum Ende des Vortrags, erinnerte der Vortragende noch an die steigenden Druckkosten und bat um Spenden

Mit dem schönen Song „Unchain my heart“ endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Die Fortsetzung war ein gemütliches Zusammenrotten bei Fingerfood, Sekt und Wein.

Noch ein Tipp:

Heute, Donnerstag, findet ín der Parkresidenz Rahlstedt um 16.00 Uhr eine Vernissage mit Hanno Edelmann statt. Gezeigt werden Werke in einem Querschnitt der vergangenen Jahrzehnte. Der Eintritt ist frei.

 

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Betrifft: Veranstaltungen

Gestern fand der Spiele-Nachmittag im Gemeinschaftsraum statt. Leider stieß die Veranstaltung nur auf verhaltenes Interesse – nichts destotrotz hatten die wenigen Teilnehmer eine Menge Spaß.

 

 

Witz der Woche:

Ein Ehepaar macht in Rom Urlaub. Sie besichtigen das Colosseum. Meint die Frau zu ihrem Mann: „Es ist doch immer das Gleiche. – Die Leute fangen weiß Gott wie groß an zu bauen und dann geht ihnen das Geld aus... Genau wie bei uns zu Hause.“

Fiete der Dackel meint: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam....“ (Cicero im Senat von Rom)