Nr. 28/2011                                                                                   20.07.2011

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Der Fahrstuhl – eine unendliche Geschichte.

Der Fahrstuhl stand schon wieder                               Seite 2

Rentenerhöhung – eine Farce                                      Seite 2

Demenz – ein unvermeidliches Schicksal?                 Seite 3

Erdbeerfest am 19.Juli,                                               Seite 3

Veranstaltungen:

Spruch der Woche: 

Die tragischen Helden demokratischer Zeitläufe sind die Menschen, die fähig sind, die Dummheit zu sehen, und unfähig sie zu ertragen.                         Herbert Eisenreich

 


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Der Fahrstuhl – eine unendliche Geschichte

Der Fahrstuhl stand schon wieder.

Es ist nicht zu glauben, der Fahrstuhl stand vergangenen Dienstag schon wieder. Irgendwie schon seltsam – er ist doch noch nicht alt und ständig gibt es Probleme.

Hier im Haus sind viele Behinderte, die auf den Aufzug angewiesen sind. Es muss ja nicht nur eingekauft werden, das lässt sich verschieben, sondern es geht um so wichtige Sachen, wie Termine bei Fachärzten, die sowieso schwer zu bekommen sind, und Ähnliches.... Auch die alte Dame war nicht begeistert, die plötzlich ohne Geld im Parterre mit ihrem Rollator gestrandet war – sie wollte nur eben in den Briefkasten sehen...

So weit so schlecht. Ein Anruf beim Notdienst brachte auch keine Abhilfe. Im Gegenteil – die gut gelaunte Dame meinte, sie wüsste schon Bescheid und sie könnte nicht sagen, ob diesen Vormittag noch ein Monteur kommen könnte – wohl ein Fall von unterentwickeltem Problembewusstsein.

Überhaupt, das Gerät wird ständig gewartet, weshalb bleibt die Kiste dann immer wieder stehen? Mangelt es da an der Kompetenz der Mitarbeiter?

Die Mieter bezahlen schließlich jeden Monat genug und eigentlich könnte man dafür eine vernünftige Gegenleistung erwarten.

 

Rentenerhöhung – eine Farce?

Man könnte auch lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Die Meisten von uns haben sich am 01.Juli wohl die Augen gerieben. Eine Rentenerhöhung war angesagt und heraus kamen 0,99 Prozent von denen aber noch 0,3 Prozent Beitragserhöhung für die Krankenkassen abging. Das heißt, in den Taschen der Rentner/innen kamen 0.69 Prozent Erhöhung an und das bei einer Inflationsrate von jährlich 2 Prozent.

Wenn das so weiter geht, droht eine Verschlimmerung der jetzt schon weit verbreiteten Altersarmut.

Das Ganze ist die Folge des Riester-Faktors und des Nachholfaktors. Ohne diese Eingriffe läge die Erhöhung bei 2,6 Prozent.

Alles Wortgeklingel und Nebelkerzen um die Rentner nicht zu erschrecken.

Der ‚Riesterfaktor’ ist nichts weiter als eine Rentenabsenkung, um gegen die absehbare Rentnerschwemme – die Menschen werden immer älter und die Zahl der jüngeren Beitragszahler nimmt ab – entgegen zu wirken. Das ist vielleicht noch einsehbar.

Der Nachholfaktor hat allerdings einen anderen Grund. In den Jahren 2005, 2006 und 2010 hätten die Renten auf Grund der allgemeinen Lohnentwicklung, an die unsere Renten gekoppelt sind, leicht sinken müssen.

Weil die Regierung aber die Rache der Rentner an der Wahlurne fürchtete, wurde ein Gesetz im Schnellgang beschlossen, dass Renten nicht sinken dürfen. Um das Loch in der Rentenkasse aber zu schließen, wird die jährliche Rentenerhöhung seither so lange halbiert, bis das Loch wieder ausgeglichen ist.

Dabei kommen noch einige Belastungen auf das Rentensystem zu. Verursacht durch den Niedriglohnsektor, weit verbreitete Arbeitslosigkeit und nicht sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten (400 euro – Jobs) droht eine gewaltige Altersarmut.

Dieser Entwicklung entgegenzuwirken hätte die Politik einige Möglichkeiten. Eine davon wäre die flächendeckende Einführung des Mindestlohnes.

Eine weitere wäre die Modernisierung des Bildungssystems. Je besser jemand ausgebildet ist, desto eher ist er in der Lage, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und in die Rentenkasse einzuzahlen.

Und was passiert in der Politik? Man diskutiert seit Jahrzehnten – Erfolg Null.

Wahltag ist Zahltag!

 

 

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Demenz – ein unvermeidliches Schicksal?

Also, das Wichtigste vorneweg. Gegen Demenz ist noch kein Kraut gewachsen. Weder der hochtrainierte Kopf noch der fitteste Rentner ist dagegen gefeit. Wen es erwischt, der ist eben dran und verdämmert irgendwann im Reich der Schatten.

Neueste Forschungen lassen hoffen. Es gibt noch kein Mittel dagegen, aber man kann in einem gewissen Rahmen das Risiko verkleinern. Wichtig ist dabei, außer der Ernährung, und die körperliche und geistige Fitness.

Zur Ernährung empfehlen die Fachleute weniger Fleisch und tierische Fette – mehr Pflanzliches und Fisch. Das soll nicht heißen, gar kein Fleisch, sondern Genuss im Rahmen.

Ganz wichtig ist auch der mäßige Genuss von Alkohol. Sich ab und zu ‚voll laufen lassen’ ist genau so gefährlich wie ständig unter Dampf stehen...

Auch beim Sport geht es nicht darum Hochleistungssport zu treiben, sondern es geht um mäßige Bewegung. Zum Beispiel am Turnen Donnerstag Nachmittag bei Frau Brandt teilnehmen...

Für die geistige Fitness ist es ganz wichtig Stress zu vermeiden und für Neues aufgeschlossen zu bleiben. Am gefährlichsten ist wohl der Stress, der aus den zwischenmenschlichen Beziehungen resultiert. Man muss ja nicht jedes Wort auf die Waagschale legen. Gelassenheit ist sehr wichtig.

Auch Übungen, die das Gedächtnis fordern, wie Kreuzworträtsel lösen, ein gutes Buch lesen – überhaupt sich Gedanken machen, bringt die grauen Zellen in Schwung...

Das Gegenteil ist das Verdämmern des Tages vor dem Fernseher...

Ach ja, ganz wichtig ist natürlich auch ab und an mal richtig gegen diese Regeln zu verstoßen – einen Tag verlottern, fetten Schweinebauch verspeisen oder einfach mal eine oder zwei Flaschen Wein lenzen... Man muss auch mal was fürs Gemüt tun..

 

 

Erdbeerfest ein voller Erfolg

Das Erdbeerfest am vergangenen Dienstag-Nachmittag war ein voller Erfolg.´Zahlreiche Bewohner wollten sich die Veranstaltung nicht entgehen lassen.

Es gab Erdbeeren satt in allen möglichen Variationen. Die Früchte waren frisch, wie direkt vom Feld, reif ohne Druckstellen – einfach nur lecker.

Alles war auf Erdbeeren abgestellt. Die Servietten waren mit Erdbeeren bedruckt und von der Decke schwebten Erdbeeren aus Papier und Karton. Es gab frische Waffeln mit Erdbeeren und Eis, jede Menge Erdbeeren gezuckert und natürlich frischen Kaffee.

Zum Schluss gab es auch noch Erdbeer-Bowle mit und ohne Alkohol. Es schmeckte ausgezeichnet... In heiterer Stimmung klang die Veranstaltung aus.

Der harte Kern sammelte sich zum Schluss mit der großen Bowleschüssel auf der Terrasse. – Eine geglückte Veranstaltung.

 

Witz der Woche:

Ein Ehepaar sitzt im Garten. Sagt die Frau: „Hörst du die Grillen.“ – „Nee, ich rieche nichts....“

Fiete der Dackel meint: „Ich liebe Grillen....“

Aktualisiert ( Donnerstag, den 21. Juli 2011 um 07:06 Uhr )