Nr. 20/2011                                                                                                                      19.05.2011

Der Betreute Bewohner

 

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Niccolo Machiavelli
Ein zu Unrecht verteufelter Gelehrter und Dichter       
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Kultur in Rahlstedt

Der Maxim Kowalew Don Kosaken Chor gibt ein Konzert in der Martinskirche      

 
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Veranstaltungen: 

Das Kaffee-Trinken des ‚Betreuten Wohnens‘vergangenen Dienstag war ein voller Erfolg. An die 29 Bewohner ließen es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen.

Spruch der Woche:

Geizhälse sind unangenehme Zeitgenossen,

aber angenehme Vorfahren...

Victor de Kowa


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Niccolo Machiavelli

der zu Unrecht

verteufelte Gelehrte und Dichter.

Der italienische Gelehrte, Dichter und Diplomat Niccolo Machiavelli galt über lange Zeit als der Ausbund der Hölle, ein Fürsprecher der skrupellosesten Machtpolitik. Machiavellismus ist auch heute noch ein Schimpfwort.

 

 

Bei näherem Hinsehen – zu Unrecht.

Machiavelli lebte 1469 bis 1527 in ungewöhnlich kriegerischen Zeiten überwiegend in Florenz. Als Diplomat und Gesandter für seine Heimatstadt lernte alle wichtigen Herrscher und Kriegsherren seiner Zeit kennen, ja er war auch selbst in kriegerische Ereignisse verwickelt. So leitete er beispielsweise die Eroberung der Stadt Pisa und wurde dabei von Leonardo da Vinci unterstützt.

Sein schlechter Ruf basiert auf seinem Werk ‚Von der Regierungskunst eines Fürsten’ in dem er das Verhalten der zeitgenössischen Fürsten und Kriegsherren und deren Handeln zum Vorbild seines Werkes macht. An Hand von historischen Ereignissen illustriert er seine Schlussfolgerungen.

Sein Thema war der Umgang mit Macht, ihre Ausübung und die Folgen von falschen Entscheidungen. Da es sich bei diesem Thema um etwas Allgemeingültiges, jedem Menschen Eigenes handelt, konnte er über die Beschreibung der Ereignisse hinaus, Regeln für den Umgang mit Macht und allgemein gültige Wahrheiten formulieren – unabhängig von Tugend und Moral.

Machiavelli geriet mit seinen Schriften in Konflikt mit der herrschenden ‚Humanistischen Idee’, die von Teilen der Kirche vertreten wurde, aber gerade deren Vertreter hielten sich am wenigsten daran. Man denke nur an Papst Alexander IV, der, ursprünglich ein ‚Condotiere’ – Söldnerführer und Kriegsunternehmer, sich auch als Papst sich nicht zu schade war mit blutbefleckter Rüstung eine Stadt zu erobern... Ganz Europa, der französische König Franz I, der deutsche Kaiser Karl V. und alle Vertreter der Stände, war damals empört, was den Herrn aber nicht weiter kümmerte....

Das Treiben des päpstlichen Hofes in Rom veranlasste Martin Luther, auch ein Zeitgenosse Machiavellis, die Reformation anzuschieben.

Vielen Mächtigen seiner Zeit und auch denen der Jahrhunderte danach waren Machiavellis Schriften ein Ärgernis, das sie mit allen Mitteln bekämpften. Schon kurz nach seinem Tod machten die Jesuiten gegen ihn Front. Den Höhepunkt bildete aber der ‚Anti-Machiavell’ den der spätere König von Preussen, Friedrich der Große als Kronprinz verfasste und von Voltaire unter dessen Namen veröffentlichen ließ.

Ausgerechnet Friedrich der Große, der als König von Preussen vollkommen im Einklang mit Machiavelli handelte, wie er selbst einmal gestand. Im Prinzip verhielt er sich nicht anders, als die italienischen Fürsten, die Machiavelli so treffend beschrieben hatte.

Auch das Schicksal des historischen Machiavelli entbehrt nicht einer gewissen Tragik. In Florenz kamen die Medicci wieder in Amt und Würden und als Folge verlor der Spitzendiplomat Machiavelli seinen Posten, ja er kam zu Unrecht in den Verdacht, in eine Verschwörung gegen die neuen Herren verwickelt gewesen zu sein. Um diese Vorwürfe abzuklären wurde er sogar der Folter unterzogen.

Anschließend wurde er mit seiner Familie auf ein Dorf verbannt. Dort, in der Verbannung, verfasste er viele seiner politischen Schriften und starb verarmt und ohne Einfluss.

Seine Werke wurden erst 5 Jahre nach seinem Tod gedruckt und waren so begehrt, dass sie immer wieder verlegt wurden, bis die Gegenreformation aufmerksam wurde und die kirchlichen Behörden sie auf den Index setzten. Diese Entscheidung wurde sogar von dem Konzil von Trient 1564 bestätigt.

Die Herren störten sich an der Vorstellung Machiavellis, dass der Staat ohne Aufsicht durch die Kirche, nur nach rationalen, durch Erfahrung gewonnenen Erkenntnissen regiert werden sollte.

Eigentlich setzte mit der Indizierung der Werke Machiavellis eine Entwicklung ein, die mit der Trennung von Kirche und Staat, mit dem modernen Staat endete. Auch heute besteht die Spannung zwischen der Realpolitik und den moralischen Maßstäben.

Die Schriften Machiavellis wurden durch die Jahrhunderte immer wieder verlegt und natürlich auch gelesen. Viele erfolgreiche Staatsmänner handelten danach. Und noch mehr gaben vor, danach zu handeln und sind grandios gescheitert.

Er ist auch heute noch hoch aktuell – die Menschen haben sich seit der Renaisance nicht grundlegend geändert. Von der Beschäftigung mit seinem Werk kann jeder profitieren.

Dies trifft nicht nur für die große Politik zu. Es kann auch durchaus spannend sein, das Verhalten des lieben Mitmenschen im Privaten, als auch im Beruf durch die Brille Machiavellis zu betrachten.

Eine gewisse Heiterkeit ist dabei mitunter nicht zu vermeiden.. – es muss ja nicht gleich Schadenfreude sein...

 

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Kultur in Rahlstedt: Der Maxim Kowalew Don Kosaken Chor gibt

ein Konzert in der Martinskirche

Der renomierte ‚Don Kosaken Chor Maxim Kowalew’ gibt am 05.Juni ein Konzert in der Martinskirche. Unterstützt wird das Konzert von Radio Hamburg, dem ‚Hamburger Abendblatt’, Buchhandlung Bücherhimmel und der evangelischen Gemeinde Rahlstedt.

Der Termin ist: Sonntag, 05.Juni um 1700 Uhr in der Martinskirche

Im Vorverkauf kosten die Karten 14.- euro, an der Abendkasse 16.-euro

Karten gibt’s unter anderem bei:.

Buchhandlung Bücherhimmel, Schwerinerstr. 7         Tel.: 040 6774491

Gemeindebüro Hohwachter Weg 2,                         Tel.: 040 6771575

 

Tanja auf der Karriereleiter?

Es ist jetzt offiziell. Tanja hat weitere Aufgaben bei der Firma Garant übernommen, die sie bedauerlicherweise daran hindern wie gewohnt Montagmorgen für die Bewohner mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen.. Sie ist allerdings weiter für die Bewohner des Hauses zuständig. Es ist nur zu hoffen, dass sich das Ganze für sie auch im Geldbeutel auswirkt.

 

Witz der Woche:

Letzte Woche in der Autowerkstadt. Fragt der Chef einen Kunden: „Wann ist Ihr Auto zum letzten Mal überholt worden?“ – „Vor wenigen Augenblicken, von einem Radfahrer...“

 

Fiete der Dackel meint: „Wer ist schneller?“

Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. Mai 2011 um 12:54 Uhr )