• 26.08.2015Nr.29/2015                                    Nr. 388/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

La Ultima – die letzte Ausgabe Der Betreute Bewohner wird eingestellt.
Über allen Wipfeln ist Ruh Seite 2
Unverhofft kommt oft  

 

 

 

Spruch der Woche:


Die Kraft zu lieben

Die Gesundheit, sich, das Leben,

Freundschaft und Geist

zu genießen und zu erwidern,

ist der Zauber, der alles bezwingt.

Grübeln, Angst und Zweifel

Sind Kinder des Todes und Geschwister des Elends.


Ludwig Tiek

La Ultima – die letzte Ausgabe

Der Betreute Bewohner wird eingestellt

 

 Mit der Ausgabe 29/2015 wird das Blatt „Der Betreute Bewohner“ eingestellt. Seit dem 03.09. 2007 hat das Blättchen 388 Ausgaben erlebt, in der Regel einmal in der Woche. Gemäß seinem Motto: „Kampfblatt für Toleranz und Verständnis“ hat das Blättchen öfter das Missfallen des einen oder anderen Lesers erregt. Immer wieder fühlte sich das Blatt aufgerufen Missstände und /oder ungehöriges Verhalten anzuprangern, die das Zusammenleben so störten.

Nichtsdestotrotz war es mein Ziel die Leser zu informieren und zu unterhalten. Als begeistertem Schreiber war mir im Zweifelsfall die interessante Neuigkeit wichtiger, als mein persönliches Ansehen.

Die Gründe für das Einstellen der Zeitung sind privater Natur. Es fehlt mir im Moment einfach die Zeit, das Blättchen in gewohnter Qualität zu liefern. Es mag manchen überraschen, aber der größte Teil der Ausgaben erforderte doch einen relativ großen zeitlichen Einsatz. Aufwendige Recherche mussten durchgeführt und gefundenen Ergebnisse möglichst anschaulich formuliert werden…

Ich will mich aber nicht beklagen, ich habe den B.B. mit großen Spaß gefertigt und mich oft über ein positives Echo gefreut. Mitunter hatte ich auch das Vergnügen einem Mitbewohner meine Stimme zu leihen…

Inzwischen hat sich meine persönliche Situation etwas zugespitzt. Ein Buch über die Zustände im vorchristlichen Schwaben nähert sich der Vollendung und Veränderungen im privaten Umfeld machen den Schritt notwendig.

Allerdings seien dunkle Elemente gewarnt, der Titel:


Der Betreute Bewohner

Das Blatt für die Bewohner des

Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt

für Toleranz und Verständnis

bleibt mein geistiges Eigentum und ich behalte mir vor, das Blatt bei Bedarf wieder aufleben zu lassen.

Nun bleibt mir nur, mich bei meinen zahlreichen Lesern für ihre Treue zu bedanken und auch gegenüber denen, die mein Blatt nicht lesen wollten, meinen Respekt zum Ausdruck zu bringen.

Hamburg, 20.08.2015                                    Herrmann Ays

Über allen Wipfeln ist Ruh… Im Haus ist nichts los, alles ruhig.

Merkwürdig, bei uns ist alles ruhig. Keine ungeklärten Fälle, wie es in der Vergangenheit öfter vorkam, zumindest wenn man der Gerüchteküche glauben darf.

Kein Versagen irgendwelcher Institutionen, keine unflätigen Beschimpfungen, harmloser Besucher oder Dienstleister, die im Haus tätig waren. Der geneigte Beobachter fragt sich natürlich, ob die Ursache in einer gewissen Erschöpfung der Akteure zu suchen ist, oder ob es sich nur um die Ruhe vor dem nächsten Sturm handelt. An eine gewisse Einsicht der Beteiligten mag er allerdings nicht so richtig glauben, denn wie sagt das Sprichwort: „ Die Katze lässt das Mausen nicht…

Auf jeden Fall ist die Ruhe zu begrüßen. Wir leben hier in einem schönen Haus, in gut geschnittenen Wohnungen, mit Einkaufmöglichkeiten vor der Haustür. Das Haus ist sauber und technisch instand, die Miete erträglich und „last but not least“, befindet sich in unserem Rücken das schöne Naturschutzgebiet, das zu Spaziergängen einlädt.

Insofern könnte man von unserem Haus als einer „Insel der Seeligen“ spre-chen. Es ist nur zu hoffen, dass der Zustand noch eine Weile anhält.

 

Unverhofft kommt oft…

 

Elfie war nicht mehr die Jüngste, das Leben hatte sie ganz schön durchgeschüttelt, und jetzt stand sie, gestützt auf ihren Rollator, an dem Laufband der Kasse im Supermarkt und versuchte verzweifelt ihre Einkäufe auf das Laufband zu heben.

Das Leben war ganz schön ruppig mit ihr umgesprungen. Ihren Mann hatte sie früh durch einen Unfall verloren und sich und ihre Kinder allein durchgebracht. Auch ihre Gesundheit ließ zu wünschen übrig. Man hatte ihre Wirbelsäule mit zahlreichen Schrauben und Stahlplatten stabilisieren müssen, mit der Folge, dass sie ständig Schmerztabletten nehmen musste.

So stand sie also an der Kasse des Supermarktes, hinter ihr eine Gruppe von vier Jugendlichen. Der Erste in der Reihe hielt sich an dem Einkaufswagen fest und stieß immer wieder mit der Karre in ihren Rücken. Die Stöße waren eigentlich nur Stupser, aber in ihrem Rücken verursachten sie höllische Schmerzen.

Und dann wurde der Bengel noch frech: „Eeeeh Alte, geht das nicht schneller…?“

Elfie glaubte, sie hätte nicht richtig gehört. Was bildete sich der Heini eigentlich ein? 

Ganz langsam, als könnte sie ihr Gleichgewicht nur mühsam halten, drehte sich um und griff wie Halt suchend nach der Karre des Unverschämten… Der Junge sah ihr gelangweilt zu und ahnte nichts Böses…

Elfie reckte ihre 1,58 Meter, sammelte ihre gesamte Energie und schupste mit aller Kraft die verdammte Karre in Richtung des ungewaschenen Halunken…

Der war natürlich völlig überrascht, die Karre traf ihn mit voller Wucht in Bauchhöhe. Dieser Stoß warf ihn um und er fand sich auf seinem Allerwertesten auf dem Fußboden wieder. Der Schwung war so groß, dass er seine drei Kumpane mit sich zu Boden riss… 

Elfie musste sich bei dem Anblick der drei Strolche auf dem Fußboden ein Grinsen verkneifen, drehte sich vorsichtig nach ihrem Rollator um und wandte sich zur Kasse. Die Kassiererin war so freundlich und packte ihre Einkäufe in den Korb am Rollator und suchte sich das Geld aus Elfies Geldbeutel, den die ihr hingestreckt hatte. 

Zufrieden ging sie nach Hause. 

 


 

Witz der Woche:

Fite neu

Nach der „Hubertusjagd“, einem festen Termin in Süddeutschland, kam ein beteiligter Jäger total fertig zurück zur Jagdhütte. Er suchte gleich den Jagdherrn auf und fragte ihn total aufgeregt: „Sind alle Kameraden zurück…, auch die Treiber…?“

Leicht verwundert antwortet der Jagdherr: „Aber selbstverständlich… Was besorgt Sie denn so?“

„.. . Dann habe ich also doch eine Wildsau erwischt….“

Fiete meint: „Jagen macht Spaß, vor allem wenn man Karnickel aufscheuchen darf…“

Aktualisiert ( Freitag, den 12. Februar 2016 um 09:35 Uhr )