• 04.06.2015Nr.20/2015                                    Nr. 379/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

HSV - "unabsteigbar" / Das Wunder von Karlsruhe Seite 1
Katholischer Erzbischof in Rahlstedt Seite 2
   

 

 

 

Spruch der Woche:


Gott ist das beladenste aller Menschenworte. Keines ist so besudelt, so zerfetzt worden. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last. – Wir müssen die achten, die es verpönen, weil sie sich gegen das Unrecht und den Unfug derer auflehnen, die sich so gern auf die Ermächtigung durch Gott berufen; aber wir dürfen es nicht preisgeben.

Martin Buber

HSV - unabsteigbar

Das Wunder von Karlsruhe

 

 Das Relegationsspiel am vergangenen Montag zwischen dem Dinosaurier der Bundesliga, HSV, und dem Möchtegernaufsteiger KSC in Karlsruhe war ein Fußballkrimi der Extra-Klasse. Auf der einen Seite der Dino, der als einziger Club noch nie, seit 51 Jahren, seit Bestehen der Bundesliga, abgestiegen ist, gegen den putzmunteren Aufsteiger Karlsruher SC, der aus der 3. Liga kommend, am Ende der Saison an das Tor zur ersten Liga klopfte…

Schon im Vorfeld gab es so einige Vorzeichen. Im Radio spielte man immer öfter die HSV-Hymne „Hamburg meine Perle…“ und aus Karlsruhe kam der fesche Spruch: „Wir schalten die ewige Uhr im HSV-Stadion aus…“ Dazu muss man wissen, im Hamburger Stadion läuft eine „Ewige Uhr“, die für die Hamburger Fans die Zeit der Bundesligazugehörigkeit auf Jahr, Tag, Stunde, Minute und Sekunde genau anzeigt… erste aufgehört hatte. Der HSV dominierte das Spiel leicht und der KSC wartete geduldig auf seine Konterchance.

Doch zum Spiel. Es begann ziemlich ausgeglichen, beide Mannschaften gaben sich Mühe. Der HSV war in der Regel im Ballbesitz und der KSC mauerte, beziehungsweise lauerte auf Konter – längere Zeit vergebens. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Der HSV dominierte das Spiel leicht und der KSC wartete geduldig auf seine Konterchance.

Und dann war es soweit. In der 78-ten Minute fiel das erste Tor – Karlsruhe führte mit 1 – 0. Die Hamburger wirkten erst etwas geschockt, aber fanden schnell zurück zum Spiel. Motto: Jetzt erst recht… Die Hamburger stürmten gegen die Karlsruher Hälfte, aber die Spieler vom KSC ließen sich nicht sonderlich beeindrucken.

Überhaupt eine merkwürdige Paarung – auf der einen Seite die hoch bezahlten Stars vom HSV, Summe der Gehälter im Jahr 56 Millionen euro und auf der Gegenseite, die jungen Wilden aus Karlsruhe, zum Teil aus der 3. Liga eingekauft, jährliche Kosten für den Kader 7,2 Millionen euro. Auch die Trainer könnten nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite der ruhige, etwas an Budda erinnernde Trainer des KSC und auf der anderen Seite beim HSV, immer etwas nervös, hampelt Labadia an der Seitenlinie herum um seine Spieler zu beeinflussen.

In der 78ten Minute war es dann soweit. Der Ball zappelte im Netz des HSV. Die Karlsruher Fans jubelten, die 3.700 mit gereisten HSV-Fans leicht geschockt. Aber sie gaben nicht auf. Unaufhörlich rannten die HSV-ler gegen das Karlsruher Gehäuse an, ohne einen Treffer zu landen. Das Spiel schien schon verloren. Aber aufgeben war nicht. Die Karlsruher verteidigten mit Klauen und Zähnen, den Aufstieg in die 1.Bundesliga vor Augen. Die Fans beider Vereine aus dem Häuschen…

Da sah in der 90-ten Minute der Schiedsrichter ein Handspiel auf der Karlsruher Seite und gab einen direkten Freistoß für die Hamburger… Diaz, ein ehemaliger Nationalspieler Chiles, der jetzt beim HSV spielt, legte sich den Ball zurecht, zog ab und traf das Karlsruher Tor. Deren Torwart hatte keine Chance…Die Hamburger Fans waren natürlich begeistert. Mit dem Stand 1:1 für die Hamburger ging das Spiel in die Verlängerung.

Es gab eine kurze Pause, die Trainer und Betreuer nutzten ihre Spieler zu umsorgen. Dann ging‘s weiter. Der HSV meist im Ballbesitz, die Karlsruher lauerten auf Konterchancen.

Und es kam wie von den Fans erhofft. Der HSV stürmte gegen das Karlsruher Tor, Müller stand an der richtigen Stelle, im richtigen Moment – Tor, 2:1 für den HSV in der 115-ten Minute. Die Hamburger Fans aus dem Häuschen. In großer Zahl überwanden sie die Begrenzung der Tribüne zum Spielfeld hin und konnten nur mit einem großen Aufgebot an Ordnern und Polizisten davon abgehalten werden, das Spielfeld zu stürmen, so groß war die Erleichterung…

Aber das Spiel ging weiter und blieb unterhaltsam. In der letzten Minute gab der Schiedsrichter noch einen Elfmeter gegen den HSV. Aber der Hamburger Torwart Rene Adler konnte den Ball abwehren. Und dann war das Spiel aus. Die Hamburger Fans jubelten auf der Tribüne und die Karlsruher verließen die leicht bedröppelt das Stadion. Allerdings kam es im Anschluss wohl noch zu Ausschreitungen von Fans beider Clubs. Der DFB ermittelt und es drohen empfindliche Strafen.

Auch in Rahlstedt war was los. Mit dem Abpfiff knallten in der Umgebung Raketen und Böller… So mancher hatte in seinem Keller wohl noch ein paar Raketen von vergangenem Silvester gefunden.

Auch der Schiedsrichter hatte eine gute Leistung abgeliefert. Ruhig und souverän leitete er die Partie. Nicht jede Nickeligkeit wurde geahndet, aber wenn er den Eindruck hatte, er müsste etwas unternehmen, zückte er gnadenlos den Gelben Karton… die Rote Karte brauchte er nicht zu ziehen. Es gab weder schwere Verletzungen noch große, gefährliche Fouls, die Rot gerechtfertigt hätten.

 

Katholischer Erzbischof in Rahlstedt

 

 

Vergangenen Sonntag besuchte der neue katholische Erzbischof die Pfarrei „Seliger Johannes Prassek“ in Rahlstedt und hielt einen feierlichen Gottesdienst. Unterstützt wurde er dabei von Pater Winkens, dem Pfarrer der neuen, aus fünf ursprünglich eigenständigen Gemeinden gebildeten Pfarrei. Der zunehmende Priestermangel zwingt die katholische Kirche ihre verbliebenen Kräfte zu bündeln. Deshalb wurden die Gemeinden Farmsen, Poppenbüttel, Rahlstedt, Volksdorf und Bramfeld zu einer Pfarrei zusammengelegt.

Es war ein schöner Gottesdienst. Der Bischof wurde von zahlreichem Gefolge unterstützt, unter anderem war auch der Kirchenchor eingebunden. Die Sängerinnen und Sänger gaben sich, unterstützt von Kontrabass, Schlagzeug, Geige und Orgel, richtig Mühe vernünftig zu singen. Es klappte wohl auch ganz gut…

In seiner Predigt stellte der Bischof sich erst einmal vor. Er kommt aus Köln, war Generalvikar und wurde vor Kurzem zum Bischof des Erzbistums Hamburg ernannt. Seine etwas lockere, freundliche Art kam bei den Gottesdienstbesuchern sehr gut an.

Seine Predigt hatte der Bischof unter das Motto gestellt: Macht der Liebe, die Liebe zur Macht. Dabei machte er deutlich, dass von der Versuchung der Liebe zur Macht, die Vertreter der Kirche auch nicht immer frei sind. Konkret erinnerte er an die Vorgänge im Umkreis von Köln… Aber die Sache sei bereinigt.. Es leuchtet ja ein. Umgang mit Geld bedeutet immer auch Umgang mit Macht – eine Binse. Wer über Geld verfügt, hat Macht, auch wenn es sich um Geld handelt, zu dem derjenige nur im Rahmen seines Amtes Zugang hat. Das. kann man auch als nicht so sehr mit weltlichen Gütern gesegneter Zeitgenosse nachvollziehen.

 


 

Witz der Woche:

Fite neu

Beim Wahrsager. Der Prophet zu einer älteren Dame: „Eine traurige Nachricht: Ihr Mann wird morgen sterben….“ – „Ja und… muss ich in den Knast?“

Fiete meint: „Ganz schön harte Sitten, bei manchen Leuten…“

Aktualisiert ( Donnerstag, den 04. Juni 2015 um 08:04 Uhr )