• 28.05.2014Nr.19/2015                                                 Nr. 378/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Soziale Hängematte
Für Abzocker ist sie ganz schön hart geworden
Seite 1
Bürgermeister aus Ruanda in Deutschland wegen Mordes angeklagt. Seite 2
Otto von Bismark / Sein Standbild trägt einen Steinbock Seite 3

Veranstaltungen:

 

 

Spruch der Woche:


Der Mensch hat von Natur einen so großen Hang zur Freiheit, dass wenn er erst eine Zeit lang an sie gewöhnt ist, er ihr alles aufopfert.

Immanuel Kant

 Soziale Hängematte?

Für Abzocker ist sie ganz schön hart geworden.

Ja, ja, Abzocker und Sozialschmarotzer haben es nicht mehr so einfach, wie vielleicht noch vor einigen Jahren. Insgesamt handelt es sich bei dem harten Kern der Abzocker, die Stütze kassieren und zusätzlich mit Schwarzarbeit ein flottes Leben auf Kosten der Allgemeinheit machen um eine verschwindende Minderheit von 40.149 Personen, die bezogen auf die große Zahl der Unterstützungs-Berechtigten von 6.552.000 Personen nur 0,6% aller Anspruchsberechtigten ausmachen. Alarmierend ist die Zahl der Unterstützungsberechtigten. Die Zahl der Empfänger 6.552.000 setzt sich aus 2.843.000 Arbeitslosen und 3.709.000 Unterbeschäftigten, das heißt Menschen, die mit ihrem Einkommen sich nicht erhalten können, „Aufstocker“ genannt, zusammen. Die Zahl der Letztgenannten müsste mit der Einführung des Mindestlohns aber zurückgehen.

Eigentlich ein Skandal, wenn sich Menschen in unserem modernen Staat mit ihrem regulären Lohn nicht mehr erhalten und am Leben in der Gemeinschaft nicht mehr teilnehmen können.

Insgesamt leiteten die Jobcenter gegen die Hartz-IV Empfänger 154.649 Verfahren wegen Leistungsmissbrauch ein. Davon verhängten für 29.017 Betroffene Bußgelder über eine Gesamtsumme von 3 Millionen euro. Vor den Gerichten wurden in 54.000 Fällen verhandelt und die Betrüger zu insgesamt 5,1 Millionen euro Geldstrafe und Schadenersatz verurteilt. Außerdem wurden die Herrschaften zu insgesamt 267 Jahren Haft auf Bewährung und 79 Jahren ohne Bewährung verurteilt. Das zeigt, unser System funktioniert auf einem hohen Niveau, wenn auch einmal der eine oder andere Strolch der Justiz entkommt.

 

 

Bürgermeister aus Ruanda in Deutschland wegen Mordes angeklagt.

Ein ehemaliger Bürgermeister aus Ruanda muss sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) wegen der Beteiligung an dem Massenmord der „Hutu“ an den „Tutsi“ 1994 in Ruanda am Oberlandesgericht Frankfurt erneut verantworten. Das OLG hatte ihn schon wegen Beihilfe zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Massaker fand in einem kleinen Dorf in Nordruanda statt. Etwa 400 Angehörige des „Tutsi“ – Volkes hatten sich in die Kirche des Dorfes geflüchtet. Der Bürgermeister organisierte, wie der BGH feststellte, selbst das Massaker, fuhr die Mörder mit seinem eigenen Auto zum Tatort und wies die Täter an „endlich ihre Arbeit zu tun.“ Mit Macheten und Äxten fielen die Täter aus dem Volk der „Hutu“ über die Menschen her. Der Angeklagte beobachtete den Verlauf des Massakers und organisierte den Abtransport der Leichen in eine Grube. Weiter stellte der BGH fest, dass der Angeklagte schon am Tag davor in die Vorbereitungen einbezogen war und die Tutsi als ethnische Gruppe auslöschen wollte. Das OLG hatte eine Vernichtungsabsicht nicht gesehen und war in seinem Urteil den Verteidigern, die den ehemaligen Bürgermeister als Mitläufer und Opportunisten dargestellt hatten, gefolgt.

Dem Massenmord in Ruanda fielen 1994 etwa 1 Million Menschen zum Opfer. Überwiegend handelte es sich um Angehörige des Volkes der „Tutsi“, aber auch so mancher „Hutu“ wurde erschlagen, wenn er sich gegen das Morden wandte, beziehungsweise nicht mitmachen wollte. Dem Angeklagten droht jetzt eine lebenslange Haftstrafe. 

Der Prozess war ins Rollen gekommen, als eine Überlebende des Massakers, die als anerkannte Asylantin in Deutschland lebt, den Angeklagten auf der Straße Der Prozess war ins Rollen gekommen, als eine Überlebende des Massakers, die als anerkannte Asylantin in Deutschland lebt, den Angeklagten auf der Straße erkannte und bei der Polizei anzeigte. Der Angeklagte war 2002 aus Ruanda geflüchtet und hatte in Deutschland Asyl erhalten und bis zu seiner Enttarnung unbehelligt in Hessen gelebt.

In Frankreich sorgten die Ereignisse in Ruanda noch für ein politisches Rumoren. Leute behaupteten, dass Angehörige des französischen Geheimdienstes in die Ereignisse eingeweiht waren und sie zum Teil erst möglich machten. Frankreich hatte anscheinend gute Beziehungen zu der „Hutu“-Regierung. So lieferten französische Mitarbeiter schon Wochen vorher an die Hutu-Vertreter eine größere Anzahl Computer, die bei der Organisation recht hilfreich waren… Auch munkelte man, der damalige Präsident Frankreichs, Mitterand, wäre irgendwie involviert gewesen.

 

 

 

Otto von Bismark - Sein Standbild trägt einen Steinbock

Das Standbild des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismark wurde vor einigen Tagen mit einem Steinbock verziert. Man hat ihm einen großen Steinbock mit einem Riesengehörn auf den Kopf gesetzt. Um es gleich vorneweg zu sagen, es wirkt irgendwie lustig und den „Alten“ wird es nicht weiter stören.

Bismark, geb. 1815, ein deutscher Politiker des 19. Jahrhunderts, war natürlich ein begabter Politiker, nicht nur konservativ, sondern geradezu reaktionär. Er war auch ein begnadeter Redner, dem auch der politische Gegner zuhörte. Allerdings verfügte er nur über eine Fistelstimme, wie die Zeitgenossen berichteten. Als preußischer Abgeordneter vertrat er die Interessen seiner Standesgenossen, der „ostelbischen Junker“. Er befürwortete die Monarchie, das ihn aber nicht davon abhielt im Parlament zu reüssieren. Ab 1862 war er preußischer Ministerpräsident. Der Krieg war für ihn, wie für die meisten Zeitgenossen, ein Mittel der Politik. 1864 führte zusammen mit Österreich Krieg gegen Dänemark und gewann Schleswig-Holstein. Österreich hatte damals eine große Kriegsflotte, die auch in der Nordsee auftauchte… Sein gewonnener Krieg gegen Österreich von 1866 führte zur preußischen Vormachtstellung im damals zersplitterten Deutschland.

Der gewonnene Krieg gegen Frankreich 1870/71 führte zur Gründung des deutschen Reiches. Als Reichkanzler übernahm er die Führung in der Politik. In den 1870 Jahren führte er den „Kulturkampf“ gegen den Katholizismus, erließ die „Sozialistengesetze“ und führte um den „Linken“ den Wind aus den Segeln zu nehmen, die Sozialversicherung ein.

Mit dem jungen Kaiser Wilhelm II., kam er nicht klar und trat 1890 zurück.. Bismark ist heute noch in aller Munde, nicht nur der Bismark-Hering erinnert an ihn, sondern auch manche Redewendung hat er geprägt. Zum Beispiel wenn heute jemand noch von „Reptilienfonds“ spricht, so ist eine Reminiszens an Bismark, der den Ausdruck im Parlament prägte. Er sprach von Geldern, die man bräuchte um die „Reptilien“, gemeint waren Sozialdemokraten, bis in ihre Verstecke zu verfolgen. War die Messe zu Ende blickte man nur zufriedene Gesichter.

 

 

 

Witz der Woche:

Fite neuEine ältere Dame sucht auf dem Friedhof morgens früh ein Grab. Sie fragt den Friedhofswärter. Der knurrt nur: „Ja, ja, bis morgens in der Disco und dann nicht nach Hause finden….“

Fiete meint: „Friedhof ist gut. Da stehen jede Menge Bäume…“

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 03. Juni 2015 um 21:41 Uhr )