• 13.11.2014Nr.44/2014                                                 Nr. 353/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Alwin Brinkmann ist tot. Unser Freund trat seine letzte Reise an Seite 1
Spektakulärer Abriss Seite 2
Fortschritte für die Umwelt Seite 3

Veranstaltungen:

Basteln für Weihnachten am 20.Nov.

Argentinischer Tango für Senioren am 01.Dez.

Spruch der Woche:


Alt werden ist ein herrlich Ding, wenn man nicht verlernt hat was anfangen heißt, Älter werden heißt eben nicht nur loslassen und annehmen, sondern auch immer wieder anfangen. Niemand ist festgenagelt auf seine Vergangenheit. Jeder kann jeden Tag neu anfangen. In jedem Alter.

Martin Buber

 Alwin Brinkmann ist tot

Unser Freund trat seine letzte Reise an

Unser Freund und ehemaliger Mitbewohner Alwin Brinkmann starb vor zwei Wochen im Krankenhaus. Er war schon die Woche davor in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ins Krankenhaus gebracht worden, wo er auch im Laufe der folgenden Woche starb.

Er wird uns als fleißiger, hilfsbereiter Mitbewohner in Erinnerung bleiben. Jeden Morgen zwischen 5 und 6 stieg er, so lange es seine Gesundheit zuließ, in sein Auto und ging seinem Job als Kurier-fahrer nach. Immer hatte er für jeden ein offenes Ohr. Unvergessen sind die Flohmärkte, die er für die Hausbewohner auf dem Edeka-Parkplatz organisierte und deren Erlös in der Bewohnerkasse landete.

Immer war er dabei, wo Hilfe nötig war, sei es bei der Einrichtung des Gemeinschaftsraumes, sei es beim ersten Bewohnerbeirat, der ohne seinen Einsatz und seine Erfahrung als Betriebsrat nicht so gut funktioniert hätte, wie bei den zahlreichen Veranstaltungen, die er teils selbst, beziehungsweise als entscheidender Helfer mit auf die Beine gestellt hatte.

Auch vielen von uns hat er geholfen. So als sich bei uns die Anschaffung eines Rollstuhls für meine Frau verzögerte. Alwin erfuhr davon und stellte uns, zu unserer Überraschung, seinen eigenen Rollstuhl zur Verfügung.

So haben wir ihn gekannt, immer am Mitmenschen interessiert. Auch der verstorbene Hubert, der in seinem Rollstuhl jeden Tag, ob es regnete oder nicht, im Torweg an der Ecke zum „Rahlstedter Höhe“ saß, könnte ein Lied davon singen.

Auch in seiner letzten Wohnung im Altersheim „Rahlstedter Kamp“ blieb er sich treu. Klaglos lebte er die ersten Wochen mit einem Sterbenden in einem Zwei-Bett-Zimmer, der langsam an Lungen- krebs „verreckte“ – anders kann man es nicht nennen… Es gibt schon furchtbare Krankheiten…

Kaum war er in ein Einzelzimmer umgezogen, hatte er auch schon wieder einige Mitbewohner, für die er Kleinigkeiten erledigte, die diese selbst nicht mehr erledigen konnten. So rollte er mit seinem Elektrowagen zum Supermarkt oder machte andere kleine Besorgungen. Seine Krankheit schritt natürlich auch weiter fort. So hatte man ihm zuletzt beide Beine amputiert und er musste immer öfter ins Krankenhaus.

Aber er ließ sich dadurch die Stimmung nicht vermiesen. Noch zwei Tage vor seiner letzten Einweisung erzählte er ganz glücklich, dass ihn die Bewohner als einen ihrer Vertreter in den dortigen Bewohnerbeirat gewählt hatten…

So hat er, wie man unter Seeleuten sagt, er hat selbst in seinen jungen Jahren einige Jahre zur See gefahren, seine letzte Reise angetreten , in eine Welt, in die seine geliebte Frau schon vor mehr als 10 Jahren vorangegangen war.

 

Spektakulärer Abriss

 

Zur Zeit wird gerade der große Gebäudekomplex der Filmkopierfirma neben dem ‚Lidl‘-Markt abgerissen. Vor einigen Jahren, es können so vier, fünf Jahre vergangen sein, wurden noch Filme, die in Hamburg gedreht wurden, wie zum Beispiel das bekannte „Großstadtrevier“ oder „Neues aus Büttenwarder“ für die Filmfirma bearbeitet und kopiert. Nach Abschluss jeden Drehtages wurde die abgedrehte Filmsequenz noch abends zu dieser Firma gebracht. Der technische Fortschritt hat diese Dienstleistung wohl überflüssig gemacht.

Und jetzt sind gewaltige Bagger in Gange, wie man so sagt. Einer hat eine große Zange, die den Beton wie Butter durchschneidet. Irgendwie erinnert er an die Zeit der Saurier. Einer dieser netten Tierchen, die Gott sei Dank schon lange ausgestorben sind, der so genannte „Tyrannosaurus Rex“ mit seinem großen Maul mit den langen Zähnen und dem schlanken Hals erinnert doch stark an unseren Bagger. Vielleicht hat er dem Konstrukteur bei der Entwicklung dieses Baggermonstrums Pate gestanden.

Mitunter ereignet sich Spektakuläres. So vor zwei Tagen, als der Mann am Schlauch, ein Mann spritzt immer Wasser gegen den Staub auf die Trümmer, sich nur noch durch einen rasanten Sprint vor herabfallenden Trümmern in Sicherheit bringen konnte.

Schon richtig was los an der Ecke. So etwas passiert auch nicht alle Tage. Das sehen auch Andere so. Immer wieder werden Zuschauer von dem Schauspiel angelockt. Einige fuhren sogar mit dem Auto vor und blieben vorsichtshalber im Wagen – man weiß ja nie…

Bis Mittwoch hatte man den großen Anbau niedergelegt und räumt erst mal auf. Das heißt, alle drei großen Bagger sind im Einsatz, die Trümmer zu zerkleinern. Einer davon mit der großen Zange an seinem Ausleger, zerkleinert damit den Beton in kleine Stücke und sortiert den Armierungsstahl aus, während die anderen Beiden den gewaltigen Haufen Ziegelsteine immer wieder umgraben, um größere Mauerreste zu zerkleinern und Beton für den Kollegen mit der Zange auszusortieren.

Jetzt steht dann nur noch der große Ziegelbau auf dem Zettel…

 

 

Fortschritte für die Umwelt

Die vielfältigen Bemühungen um den Umweltschutz tragen erste Früchte. So hat sich, wie neueste Untersuchungen ergeben haben, unser örtlichen Flüsschens, die Wandse alias Rahlau, entschieden verbessert. Im Auftrag der Umweltbehörde untersuchte ein bei dem Angelsportverband angestellter Meeresbiologe den Fischbesatz in dem Flüsschen. Dazu betäubte er die Fische mit einem schwachen Stromschlag und holte sie mit einem Kescher aus dem Wasser. Angeblich schadet das Verfahren den Flossenträgern überhaupt nicht.

Auf jeden Fall hat er einige Arten festgestellt: In dem Gewässer tummeln sich: Bachforelle, Stichling, Bachneunauge und Bachschmerle. Alle untersuchten Fische machten einen gesunden munteren Eindruck. Auch an der Wasserqualität hat der Fachmann nichts auszusetzen. Einzig die Fließge- schwindigkeit des Wassers macht ihn etwas besorgt. Die Wandse ist an manchen Stellen zu breit und das Wasser fließt zu langsam um den Sand mitzunehmen.

In Zukunft soll die Wandse „durchgängiger“ gemacht werden, damit das Wasser schneller fließt und die Fische bessere Lebensbedingungen vorfinden. Man hofft mit diesen Maßnahmen zu erreichen, dass Aal und Meerforelle wieder auftauchen… 

Witz der Woche:

Fite neuIn Rom möchte der Papst mal wieder selbst ans Steuer. Er tauscht mit seinem Fahrer. Sie kommen zu einer Straßenkontrolle. Der Papst hält an. Der Polizist ruft seinen Chef an: „Chef, hier ist ein ganz Großer… Der Papst ist sein Chauffeur…“

Fiete meint: „Fiete meint: „Dackel als Polizeihunde…“

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 12. November 2014 um 14:20 Uhr )