• 02.10.2014Nr.39/2014                                    Nr. 348/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Ein Ausflug
Hamburg hat viele schöne Seiten
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Veranstaltungen:

Argentinischer Tango für Senioren im Herbst

Spruch der Woche:


Das wahrste , schönste Glück der Menschenseele
Besteht in der Freude an dem Glück anderer.
Der Neidische aber sucht sein eigenes Glück darin, andere ihres Glücks beraubt zu sehen.
Das ist von allen denkbaren Gemütsverfassungen die elendeste.

Carl Schurz

  Ein Ausflug

Hamburg hat viele schöne Seiten

Hamburg hat viele schöne Seiten und ein Ausflug lohnt sich immer. Das stellten auch zwei Bewohner unseres Hauses fest, als sie am vergangenen Sonntag in Hamburg unterwegs waren.

Petrus meinte es gut mit den beiden, denn er schickte etwas Sonne vorbei – ein wunderschöner Spätsommertag. Das Ganze hatte allerdings einen Wehmutstropfen, denn man wollte den Fischmarkt besuchen und das bedeutete, etwas früher aufstehen als sonst. Der Fischmarkt bei der alten Fischauktionshalle an der Elbe in Altona beginnt nun mal sonntags morgens um fünf Uhr und endet Punkt neun Uhr. Wehe dem Händler, der nach neun Uhr noch Ware verkauft… Der bekommt dann eine Strafe von 500 Euro. durch den Marktmeister/in verpasst. - Hart ist das Leben an der Küste.

Unsere beiden Ausflügler standen also gegen 0500 Uhr auf und marschierten so gegen 0600 Richtung Bahnhof Rahlstedt, denn sonntags fährt der Bus erst ab 0900 Uhr und einige Minuten ab unserem Haus Richtung Bahnhof Rahlstedt.

Es war noch dunkel, aber das konnte die beiden nicht weiter beeindrucken. Sie kamen auch gut voran. Es wurde langsam hell und die frische Luft weckte die Lebensgeister. Auf der Straße war nichts los, höchstens mal ein Frühaufsteher, der sicher dienstlich unterwegs war, denn wer steht schon freiwillig an einem Sonntagmorgen und sei er noch so schön, früher auf… Leicht erstaunt waren die beiden aber doch, als ihnen ein Jogger entgegenkam.

Am Bahnhof löste jeder am Automaten ein Tagesticket für 5,90 euro und dann enterten sie in bester Laune den Bahnsteig. Der Zug kam pünktlich um 0627 Uhr und brachte sie auch wohlbe-halten zum Hauptbahnhof. Ein paar Schritte zur U-Bahn „U3“, der Zug in Richtung Landungsbrücken lief gerade ein, und die beiden waren unterwegs. Gut gelaunt genossen sie das Hafenpanorama ab der Station Rödingsmarkt, wo die U-Bahn aus dem Untergrund auftaucht und als „Hochbahn“ weiterfährt.

Sie bewunderten sie die vielen Boote im Sportboothafen und so manchen Traditionssegler. Das alte Feuerschiff mittendrin machte sie etwas ratlos, aber ein freundlicher Mitfahrer erklärte ihnen die Hintergründe. Es handelte sich um ein ausgemustertes Feuerschiff aus England, das ein Gastronom nach Hamburg schleppen ließ und anschließend in dem Schiff ein Restaurant einrichtete. Die Beiden waren beeindruckt. Was es nicht alles gibt…

Dann kam die „Cap San Diego“ ein ehemaliger Frachter der Reederei Hamburg-Süd ins Bild, ein beeindruckendes Museumsschiff. Ehe sie sich versahen, konnten gerade noch einen Blick ein weiteres Museumsschiff, einen Segler mit grünem Rumpf und 3 Masten werfen, als sie schon in die Station Landungsbrücken einliefen.

Etwas ratlos trottelten sie über die Überführung von der Station über die Straße. Beide hatten eigentlich keine Lust noch einen großen Fußmarsch Richtung Fischmarkt zu unternehmen. Also hielt man erst einmal Kriegsrat. Man könnte doch einen Bus nehmen. – Die Idee fanden sie nicht so prickelnd, denn der Wunsch nach einem großen Bier hatte sich inzwischen in ihren Köpfen festgesetzt.

Da fiel dem Einen ein, man könnte ja auch die Hafenfähre nehmen, schön mit dem so genannten „Bügeleisen“ zur Fischauktionshalle schippern. Da galt ja auch das Tagesticket vom HVV. Und ehe sie sich versahen, standen sie erwartungsvoll auf dem Oberdeck des „Bügeleisens“ von der Linie 62 und ließen sich den Wind um die Nase wehen, unterwegs Richtung Fischmarkt.

In „no time“ war man an der Station querab der Fischaktionshalle, stieg aus und strebte flotten Schrittes erst mal zur Halle. Der Durst beflügelte ihre Schritte. Schon von Weitem hörten sie die Musik, da gab es sicher auch einen Bierstand.

Tatsächlich! Nach einem kleinen Gedränge stand man endlich am Tresen hinter einem großen Glas Bier. Der Tag ließ sich gut an.

Nach einem großen, ersten Schluck machten unsere Beiden erst einmal einen Schlachtplan für ihr weiteres Vorgehen. Sie waren sich einig, wenn sie schon einmal hier waren, mussten sie sich auch den Markt ansehen. Gesagt – getan.

Als sie aus der Halle heraus traten, stellten sie gleich fest, dass sich Unmengen von Besuchern zwischen den Ständen drängten. Irgendwie reihten sie sich zwischen die Menschen ein und ließen sich von der Menge von Stand zu Stand schieben. Auf dem Markt gab es alles. Und alle Händler priesen, mehr oder weniger laut ihre Waren an. Besonders die Lebensmittelhändler, vor allem die Fischhändler gaben sich richtig Mühe ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen, denn es ging schon gegen 0900 Uhr und sie hatten gerade noch 20 Minuten Zeit.

Unsere beiden Kandidaten waren inzwischen zurück bei der Halle angelangt und drängten sich wieder zum Bierstand durch. Bei einem weiteren Bier beschlossen sie, das schöne Wetter auszunutzen und über Neumühlen nach Finkenwerder zu fahren. Die „62“ fuhr nämlich bis Finkenwerder und zurück.

Die Beiden gingen also zurück zum Anleger, warteten auf die nächste Fähre und stiegen ein. Sie brauchten nicht lange zu warten, denn die Bügeleisen fuhren im Viertelstundetakt. Unterwegs kamen sie an zwei riesigen Passagierschiffen, eines der „AIDA – Reederei und eines der Reederei MSC., die am Terminal in Altona lagen, vorbei. Schon beeindruckend, die großen Kästen, so schick in Farbe…

Die nächste Station war Neumühlen. Spontan beschlossen die beiden Kollegen, sich die Schiffe im Museumshafen Övelgönne anzusehen. Man stieg also aus und wandte sich den alten Schiffen zu. Das Größte war natürlich der mit einer Dampfmaschine angetriebene Eisbrecher „Stettin“ aus dem Jahr 1933. Er musste natürlich besichtigt werden.

Die gewaltige Dampfmaschine mit 2000 PS, deren Kessel mit Kohle befeuert wurden, war ein gewaltiger Anblick. Nach Auskunft der Besatzung war der Oldtimer komplett in Schuss und fuhr in den Sommermonaten auf der Elbe und im Hafen.

Inzwischen war es gegen Zwölf-Uhr geworden und die beiden Ausflügler fuhren mit der Fähre weiter nach Finkenwerder, aßen im Restaurant beim Anleger eine ausgezeichnete Scholle. Satt und zufrieden machten sie sich auf den Heimweg – mit dem Bügeleisen von Finkenwerder nach Landungsbrücken, dann mit der „U3“ zum Hauptbahnhof und mit der Regionalbahn zurück nach Rahlstedt…. Die ganze Fahrt für 6 euro/Person… So etwas kann man nachmachen. Die Bügeleisen sind behindertengerecht – auch für Rollstuhlfahrer geeignet und in der Station „Baumwall“ ist ein Aufzug…

 

Witz der Woche:

Fite neuIm Büro, der Chef ist auf achtzig, greift sich die Angestellte. „Was sollen diese Privatgespräche…“ – „Alles dienstlich, Chef!“- „Seit wann nennen Sie unsere Kunden Schatzi, Frosch und alter Penner…?“

Fiete meint: „In Dackelkreisen reicht ein Knurrlaut….“

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 01. Oktober 2014 um 20:05 Uhr )