• 25.09.2014Nr.38/2014                                    Nr. 347/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

FDP
Eine alte Partei entschwindet langsam
Seite 1
Compnia Vocale in der Martinskirche Seite 2
Argentinischer Tango für Senioren Seite 3

Veranstaltungen:

Argentinischer Tango für Senioren

Spruch der Woche:


Feminismus hat ein Ende, wenn der Richtige da ist
Kommunismus endet bei 2.500 Euro netto
Atheismus wenn das Flugzeug wackelt.

Anonymus

 FDP

Eine alte Partei entschwindet

Bei den Wahlen am letzten Sonntag erreichte die FDP in Thüringen und Brandenburg 1,5 % und 2,5%. Es ist zu befürchten, dass die alte Partei von „Papa“ Heuss, Karl Heinz Flach und auch des Präsidenten vom „gelben Wagen“. Wer erinnert sich nicht an den Präsiden-ten Scheel, der als Präsident mit dem Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ und seiner Unterstützung der Ostverträge von Kanzler Willy Brandt erst richtig populär wurde…

Auch der „Wirtschaftsgraf“ Graf Lambsdorf, der immer die Inter- essen der Wohlhabenden im Auge hatte, gehörte zu dieser Partei. Unvergessen natürlich auch der Außenminister Genscher, der an dem Gelingen der Wiedervereinigung einen großen Anteil hatte.

Die Ursachen für den Untergang dieser alten Partei waren weniger die „Clownereien“ des Vorsitzenden Westerwelle oder seine politi- sche Unfähigkeit, als die CSU die FDP mit der Steuerentlastung für die Hoteliers vorführte. Wer erinnert sich nicht an die Befreiung der Hoteliers von Teilen der Mehrwertsteuer, für die die FDP die ganzen Prügel bezog… Dabei hatte die CSU die Sache auf die politische Tagesordnung gebracht und die Dussels von der FDP sind gleich aufgesprungen. Das war ein Meisterstück des bayri- schen Ministerpräsidenten Seehofer von der CSU. Er hatte etwas für seine Hoteliers erreicht und die Schuld der politischen Kon- kurrenz, FDP, angehängt… Auch die ewigen Streitereien der Ham. burger FDP haben nicht unbedingt zu ihrer jetzigen Agonie beigetragen.

Die Ursachen für den Niedergang dieser alten Partei liegen tiefer. Die FDP der jungen Bundesrepublik vereinigte zwei liberale Strömungen. Da gab es zum einen die „Wirtschaftliberalen“, die sich für die Interessen der kleinen Handwerker, des Mittelstands als auch der Wohlhabenden einsetzte und als Gegensatz dazu die sozial bewegten Liberalen, die den Gewerkschaften nahe standen. Die Judos (Junge Demokraten), die Nachwuchsorganisation der FDP, fühlte sich, mehr dem Zeitgeist folgend, von den linken Ideen angezogen…

So vereinigte die FDP zwei entgegengesetzte politische Strömungen und war für ein breites Wählerspektrum interessant. Dies hatte den Vorteil, dass die Partei ohne Gesichtsverlust sowohl mit den Kon- servativen (CDU/Adenauer) als auch mit den Linken (SPD/Willy Brandt) koalieren konnte. Obwohl sich die beiden Flügel in der Partei mitunter nicht sonderlich grün waren, konnte sich die FDP bei Wahlen auf deren Anhänger verlassen.

Die Zäsur entstand, als die FDP 1982 einmal wieder die Seiten wechselte, von der SPD mit Kanzler Helmut Schmidt zu der CDU mit Kanzler Helmut Kohl. Der Vorsitzende der FDP und spätere Außenminister Genscher hatte das Ganze mit Helmut Kohl ein- gefädelt und kurz nach der Regierungsbildung den linken Flügel aus der FDP heraus gedrängt. Er erreichte, dass die Partei ihrer eigenen Jugendorganisation den „JUDOS“, (Junge Demokraten), die finanzielle Unterstützung entzog und dafür eine vergleichsweise kleine Splittergruppe die „JULIS“ (Junge Liberale) unterstützte. Ohne die finanzielle Unterstützung der Mutterpartei konnten sich die JUDOS sich nicht halten und verließen die Partei.

Das war ein schwerer Aderlass für die FDP. Sie verlor viele profi- lierte Köpfe. Der Prominenteste unter ihnen war der spätere EU-Kommissar Verheugen. Möglicherweise machte das Verschwin- den des sozialliberalen Elementes im deutschen Parlament den Aufstieg der „Grünen“ erst möglich.

Vielleicht könnte die FDP noch einmal davon kommen, wenn sie sich wieder für soziale Themen öffnen würde. Nur, es fehlt das Personal. Eine Persönlichkeit, die beide Richtungen glaubwürdig verkörpern könnte, ist nicht in Sicht.

 

Compania Vocale in der Martinskirche

 

In der Martinskirche fand vergangenen Samstag ein bemerkenswertes Konzert des Chores „Compania Vocale“ statt. 26 Sängerinnen und Sänger boten „A-Capella-Musik vom Feinsten. Das Programm umfasste Stücke aus dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Darunter war auch ein Stück des Giovanni Gabrielli, eines Meisters der venezianischen Mehrchörigkeit. Er arbeitete unter anderem in seinen späten Jahren an der großen Kirche „San Marco“ in Venedig, die einen Nachklang von bis zu 20 Sekunden hat. Diesen Umstand nutzte der Künstler, indem er Stücke mit bis zu 19 Stimmen zur Aufführung brachte.

Der Chor sang ein Stück Gabriellis mit zwei Gruppen. Vor dem Altar standen Tenor, Alt und Sopran, hinter den Zuhörern auf der Empore hatte sich der Bass breit gemacht. Ein tolles Erlebnis.

Noch beeindruckender war die Aufführung eines Stückes, in dem sich die Damen und Herren des Chors in den Gängen rechts und links der Zuhörer in den mittleren Bänken aufstellten und während der Aufführung mit gemessenen Schritten durcheinander gingen. Die schönen Stimmen bewirkten einen Klangteppich, der die Zuhörer förmlich einhüllte. Als der letzte Ton verklungen war, herrschte erst einmal ergriffene Stille. Ein lang anhaltender Beifall dankte den Künstlern.

 

 

 

Argentinischer Tango für Senioren

Für die Monate November, Dezember und Januar ist eine größere Sache geplant. So soll, jeweils an jedem 1. Montag im Monat, eine Tanzveranstaltung für Senioren angeboten werden. Motto: Wer gehen kann, kann auch argentinischen Tango tanzen. Das Ganze soll im zweiten Haus mit "Sozialem Wohnen", das Garant betreut, in der Straße „Im Küppersbusch 1“ stattfinden, denn dort ist der Gemeinschaftsraum wesentlich größer als bei uns.

Nach Aussage des Therapeuten ist der argentinische Tango, wie er ihn lehrt, besonders gut für ältere Personen geeignet. Das Wichtigste ist natürlich, Tango tanzen macht Spaß. Der argentinische Tango ist ein ruhiger Tanz. Er kommt ohne zackiges Kopfruckeln und ohne Figuren aus, deshalb ist er auch für ältere Menschen geeignet.

Mit dieser Art zu Tanzen befasste sich inzwischen auch die Wissenschaft. So stellte man einige guten Wirkungen fest: Der Tango ist ein hervorragendes Körpertraining, übt den Gleichgewichtssinn, die Muskulatur und die Koordination. Regelmäßiges Tangotanzen verringert die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken um bis zu 76%. Parkinson-Kranke konnten bei leichten bis mittelschweren Beschwerden die Medikamentendosis verringern, auch stärker als eine Vergleichsgruppe die Gymnastik machte. Tango tanzen kann auch gegen Depressionen helfen.

Der Tango Argentino ist eine therapeutische Maßnahme, ein Kunstgenuss und außerdem ein reines Vergnügen.

 

Witz der Woche:

Fite neuIn der Friedhofsverwaltung wird ein neuer Kollege eingewiesen. „Also, eigentlich schieben wir eine ruhige Kugel. Die Kundschaft ist friedlich und die Angehörigen meist froh, wenn sie weg können. Der Einzige, der uns nachmittags stört ist der Chef. Er schnarcht so laut…“

Fiete meint: „Ich lass mir gern noch etwas Zeit…“

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 24. September 2014 um 10:58 Uhr )