• 12.01.2012Nr. 02/2012

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

E 10 verstärkt Preisdruck Futtermittel in die Biogasanlage Seite 2
Neues aus der Forschung Seite 3
Das Rote Kreuz im Zwielicht Seite 3

Veranstaltungen:

 

Spruch der Woche:

Wenn uns unsere Laster verlassen, schmeicheln wir uns mit der Leistung, sie aufgegeben zu haben.La Rochefougauld
Seite 2

E10 verstärkt Preisdruck Futtermittel in Biogasanlage

Die Nachfrage nach Bio-Sprit wird nach Ansicht der Verbände die Preise für Fleisch und Milchprodukte im nächsten Jahr in die Höhe treiben. Zu viele Futtermittel verschwinden in den Biogasanlagen. Außerdem verbraucht der zunehmende Mais-Anbau große landwirtschaftliche Flächen, die für den Getreide- und Futtermittelanbau nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem verschwindet ein großer Anteil des produzierten Maises ebenfalls in den Biogasanlagen. Auch Gerste wird gern in diesen Anlagen verbraucht, da sie einen besonders große Anteil Biogas liefert. Dies führt zu einem Anstieg der Futtermittelpreise. Insider rechnen für jedes Kilo produziertes Fleisch mit einem Bedarf von 3 Kilo Futtermittel. Verfüttert werden Mais und Getreide. Branchenvertreter rechnen für das laufende Jahr mit Preiserhöhungen von 15-20 % für Schweine- und Rindfleisch, bei Milchprodukten mit 10-15% Erhöhung. Backwaren sollen 3-5% teurer werden. Auch Bier soll auf Grund der Erhöhung des Grundstoffes Gerste, teurer werden. Für den 10 prozentigen Anteil am Benzin an der Tankstelle (E 10 genannt) werden für 50 Liter Benzin 15 Kilo Gerste oder das Äquivalent in anderen Pflanzen benötigt. Nach Greenpeace wurden in Deutschland letztes Jahr 140.000 Tonnen Pflanzenmaterial in den Biogasanlagen verbraucht. Das führte dazu, dass Deutschland vergangenes Jahr zum ersten Mal seit über 20 Jahren mehr Getreide verbrauchte, als es produzierte. Das fehlende Getreide musste dann auf den internationalen Getreidemärkten nachgekauft werden. Da viele Länder weltweit das teure Mineralöl durch Biogas ersetzen, geht ein immer größerer Anteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche für die Getreideproduktion verloren. Das ist eine der Ursachen für die steigenden Weltmarktpreise für Getreide und Mais. Das hat zur Folge, dass in den Entwicklungsländern die Preise für Lebensmittel teurer werden und es für einen immer größeren Anteil der Bevölkerung schwieriger wird, sich ausreichend zu ernähren. Angesichts der Millionen von hungernden Menschen in der 3.Welt ist es doch eigentlich moralisch völlig untragbar, dass wir in den Industrieländern Getreide in Autos verbrennen… Stellen bei uns im Moment nicht „christliche“ Parteien die Regierung? Die Damen und Herren sollten sich etwas schämen…. Uns kommt auf jeden Fall kein E10-Benzin in den Tank… Der geneigte Beobachter vermisst allerdings auch den Aufstand der Grünen und der Naturschützer. Wegen jedem kleinen Frosch wird ein Riesentheater gemacht, aber um die Auswirkungen unseres Handeln sieht man gern hinweg. Wir leben nun einmal in einer globalisierten Welt und die Folgen unseres Handelns sind im letzten Dorf im afrikanischen Busch spürbar. Vielleicht sollte man seinen Blick einmal über den eigenen Tellerrand schweifen lassen…

Neues aus der Forschung

Aus der Forschung gibt interessante Entwicklungen, wie man in den vergangenen Wochen in der Presse lesen konnte. Ein interessanter Ansatz ist vielleicht die Meldung, dass es einem Wissenschaftler gelungen ist, ein Verfahren zu entwickeln in dem aus Wasserstoff und CO² Methan-Gas entsteht.

Ein vielversprechender Ansatz. CO2 umgangssprachlich „Kohlensäure“ entsteht bei jeder Verbrennung, ist als Industriegas überall verfügbar Es ist sicher reizvoll, Wasserstoffgas mit elektrischer Energie alternativ gewonnen, sei es durch Windräder oder Solaranlagen, mit CO2 in Methan zu überführen und dann in das Deutschlandweite Gas-Netz einzuspeisen. Denn mit Wasserstoff ist nicht so einfach umzugehen. Er kann nicht in das normale Gas-Netz eingespeist werden, im Gegensatz zu dem Methan. Allerdings haben die Ingenieure für den Gebrauch in Autos Wasserstofftanks aus Kohlenstoffverstärktem Kunststoff entwickelt in dem Wasserstoff mit einem Druck von 800 bar gelagert werden kann. Der TÜV hat das Ganze untersucht und gut geheißen. Wasserstoff ist wie jedes brennbare Gas sehr gefährlich. Er ist beispielsweise schwerer als Luft und kann sich an tieferen Stellen sammeln. Wasserstoff verbindet sich auch mit dem Sauerstoff der Luft zu dem bekannten „Knallgas“. Knallgas in optimaler Zusammensetzung kann bei Annäherung einer Zündquelle detonieren, das heißt mehr Sprengkraft entwickeln, als mancher Sprengstoff.

Auch Methan ist nicht ungefährlich. Man denke nur an die bekannten „Schlagwetter“ in Bergwerken. Dabei handelt es sich um Methan Explosionen. Tritt Methan aus, verbreitet es sich nach oben, im Gegensatz zum Wasserstoff. In der Stratosphäre ist das Methan ein Klimakiller wie das CO², allerdings um etliches schlimmer. Methan hat aber den großen Vorteil, dass es in das Gas-Netz eingespeist, jederzeit mit den modernen Gas-Kraftwerken an jedem Ort in Strom verwandelt werden kann.

Gaskraftwerke sind im Moment die effektivsten Kraftwerke, die vor allem relativ schnell hochgefahren werden können. Das heißt, steigt der Verbrauch kann in kürzester Zeit der benötigte Strom in das Netz eingespeist werden. Auch die modernen, dezentralen Anlagen mit Wärmekopplung können mit Gasmotoren besonders effektiv betrieben werden. Wärmekopplung bedeutet, der Motor liefert über einen Generator die elektrische Energie und mit der Wärme des Abgases wird geheizt. Das könnte sich derart darstellen, dass die Abwärme in ein Fernwärmenetz eingespeist wird.

Das Rote Kreuz im Zwielicht

Das Rote Kreuz möchte auf einem seiner Grundstücke in Hamburg keine „Sozialwohnungen“ bauen lassen. Angesichts der momentanen Lage ein merkwürdiges Verhalten für eine „soziale Organisation“, die auch von den Spenden der „kleinen Leute“ lebt.

Witz der Woche:

Fite neuIn einem edlen Restaurant sitzt ein verliebtes Paar. Auf dem Tisch steht eine Flasche Champus. Urplötzlich rutscht der Mann unter den Tisch. Dezent schaut der Kellner vorbei. „Gnädige Frau, Ihr Mann ist eben unter den Tisch gerutscht….“ Da meint sie: „Sie müssen sich irren, mein Mann ist eben durch die Tür gekommen…“

Fiete der Dackel meint: „Dackel sind polygam…!“

Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 12:06 Uhr )