• 05.01.2012Nr.01/2012

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

HSH-Nordbank Staatsanwalt will Anklage erheben Seite 2
Silvester - eine gelungene Veranstaltung Seite 3
Unser aller Präsident – Seine Merkwürden? Seite 3

Veranstaltungen:

Großes „Probe-Essen“ am 23.01.2012 von der Firma

Hamburger Küche

Eine verbindliche Anmeldung bis 18.01.2012 ist notwendig.

Spruch der Woche:

Die Torheit will zwar immer reden, hat aber niemals etwas zu sagen; deshalb macht sie so viele Scherereien.Helvetius

HSH-Nordbank Staatsanwalt will Anklage erheben.

Die HSH-Nordbank ist mal wieder in den Schlagzeilen – das heißt weniger die Bank, als der damalige Vorstand und etliche Manager. Die Staatanwaltschaft hat ihre Ermittlungen abgeschlossen und will jetzt Anklage wegen Bilanzfälschung und Veruntreuung in einem besonders schweren Fall erheben.

Wie man den Berichten der Zeitungen entnehmen konnte, handelt es sich dabei um einen besonders dreisten Fall. Danach wirft man den Akteuren vor, vor einigen Jahren, Papiere, die durch die Turbulenzen am Finanzmarkt entscheidend an Wert verloren hatten, vor dem Stichtag der jährlichen Bilanz an eine französische Bank verkauft zu haben, mit der Abmachung sie im neuen Geschäftsjahr wieder zurückzunehmen. Das hatte zur Folge, in der Bilanz tauchte der Erlös als Einnahmen auf und auf der anderen Seite verschwanden die Schrott-Papiere, die durch ihren minderen Wert die Bilanz zusätzlich belastet hätten. Im nächsten Jahr wurden die inkriminierten Wertpapiere von Seiten der HSH-Nordbank wieder von der französischen Bank zurück gekauft. Wenn die Operation so abgelaufen ist, wäre dies ein klarer Fall von Bilanzfälschung. Dafür gibt’s unter Brüdern bis zu zehn Jahre Knast…

Außerdem kaufte die HSH-Nordbank von der französischen Bank zu weit überhöhtem Preis Wertpapiere. Vermutlich handelte es sich bei diesem Geschäft um die Gegenleistung an die Franzosen für deren „Hilfe“. Das wäre dann wohl der Tatbestand der Veruntreuung…. Der Gesamtschaden soll sich auf 500 Millionen Euro belaufen.

Die Akten, dem Hörensagen nach, mehrere Tausend Blatt Papier, liegen nun bei Gericht, das entscheidet ob die Argumente der Staatsanwaltschaft schlüssig sind und für eine Anklage ausreichen. Eine Entscheidung wird in einigen Monaten erwartet. Man wird dann wohl auch mit einigen Haftbefehlen rechnen können… Die Betroffenen wehren sich dem Vernehmen nach mit dem Argument, sie hätten nur in Übereinstimmung mit denbei Banken üblichen Gepflogenheiten gehandelt. – Dann wird’s aber Zeit, dass die Justiz die ganze Branche einmal unter die Lupe nimmt und den Herrschaften einige Jahre hinter Gitter besorgt – von fälligen Schadensersatzforderungen einmal ganz abgesehen…

Silvester – eine gelungene Veranstaltung

Wie man hört, war die Silvesterfeier ein voller Erfolg. Die Teilnehmer amusierten sich prächtig. Einzig das Wetter spielte nicht wirklich mit. Nebel und Regen verschluckten die zahlreichen, bunten Raketen. Die widrigen Umstände führten wohl auch dazu, dass ein paar Verwirrte von der anderen Straßenseite den Parkplatz mit den geparkten Autos und das Edeka-Gebäude mit ihren Raketen unter Beschuss nahmen. Eine Rakete zischte etwa einen halben Meter am geöffneten Fenster des Berichterstatters vorbei…

Ja, ja… wozu Alkohol den einen oder anderen Zeitgenossen verleitet…

Übrigens war die Silvesterfeier wohl eine private Veranstaltung, denn sie wurde nicht am „Schwarzen Brett“ oder auf andere Art bekannt gemacht…

Unser aller Präsident – Seine Merkwürden?

Was hat man uns da bloß als Präsidenten vorgesetzt? Jetzt ermittelt sogar der Staatsanwalt gegen ihn wegen des Verdachtes der Nötigung… Dauernd kommen neue Episoden ans Tageslicht. So hat er, um einen Artikel in der „Welt am Sonntag“ im vergangenen Sommer zu verhindern, versucht, bei der Leitung der Zeitung zu intervenieren und zusätzlich den Redakteur ins Schloss Bellevue gebeten und ihn ziemlich hart angesprochen. – Ein für einen Präsidenten unmögliches Verhalten – ein Fauxpas ohnegleichen…

Er hat zwei Dinge wohl nicht begriffen. Ein Präsident hat auf die Würde seines Amtes zu achten und kann sich nicht aufführen wie ein Trinkhallenbewohner.

Zum anderen resultiert die Würde des Amtes aus dem Amt und nicht aus der jeweiligen Person des Präsidenten. Mag sein, dass in Hannover ein solches Benehmen toleriert wird, in Berlin ist es ein „no go“. Abgesehen davon gibt es in Deutschland die Pressefreiheit, die er mit Füßen getreten hat.

Der gegenwärtige Präsident lässt im Vergleich zu seinen Vorgängern Stil vermissen. Es wäre wohl keinem seiner Vorgänger in den Sinn gekommen, wegen persönlichen Problemen mit der Presse, sich so zu exponieren. Im schlimmsten Fall, wenn sich das Theater nicht mehr ignorieren ließe, hätten sich die Herren einen tüchtigen Anwalt gesucht und den von der Kette gelassen.

Gut, in der Geschichte der Bundesrepublik gab es neben hervorragenden Persönlichkeiten, auch schon merkwürdige Gestalten. Unvergessen ist unter den Älteren Heinrich Lübke, der belastet aus dem 3.Reich, sich mehr schlecht als recht durch die Widrigkeiten des Amtes quälte. Vor allem in seiner zweiten Amtszeit, als ihn seine Partei CDU unbedingt als Präsidenten halten wollte. Schwer unter der beginnenden Alzheimer-Krankheit leidend, wurde er zum Gespött der ganzen Welt – ein Trauerspiel.

Daneben Persönlichkeiten wie „Papa“ Heuss, Gustav Heinemann und Walter Scheel. Bei dem letzteren runzelte allerdings der eine oder die andere leicht die Stirn, als er als Präsident mit dem Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ die Hitparaden stürmte… Auch Carl Carstens machte, trotz anfänglicher Zweifel, als Präsident eine gute Figur und natürlich der legendäre Richard von Weizäcker…

Unsere Demokratie wird auch den gegenwärtigen Präsidenten überleben, vielleicht wird er als Rüpel und Raffzahn in Erinnerung bleiben, vielleicht auch als Blender. Oder er fängt sich wider Erwarten noch und bringt seine Amtszeit einigermaßen hinter sich….

Witz der Woche:

Fite neu In der Kneipe unterhalten sich zwei Männer. Sagt der Eine: „Also, ehrlich ich dreh noch ab… Meine Frau wurde letztes Jahr im Urlaub schwanger. Und dieses Jahr schon wieder. Das sage ich Dir, nächstes Mal fahre ich mit…..“

Fiete der Dackel meint: „Sachen gibt’s aber auch…!“

Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 12:16 Uhr )